Arbeitsbuch: Open Notebook für eigene Quellen

Eigene Texte sammeln, gezielt befragen und die Ergebnisse in Notizen festhalten: Genau dafür gibt es das Arbeitsbuch der MOS München. Der Dienst basiert auf Open Notebook und ergänzt seit etwa Juni 2026 die digitalen Lernwerkzeuge der Schule. Statt mit beliebigen Antworten zu beginnen, arbeitest du hier mit dem Material, das du selbst ausgewählt hast.

Kurz erklärt: Das Arbeitsbuch der MOS München ist eine quelloffene, selbstgehostete Lernumgebung auf Basis von Open Notebook. Du lädst eigene Texte und Dokumente hoch, stellst Fragen zu diesen Materialien und erstellst daraus Notizen oder Zusammenfassungen. Der Dienst läuft auf dem schuleigenen Server und ist nach einer Anmeldung zugänglich.

Was ist das Arbeitsbuch der MOS?

Das Arbeitsbuch ist die selbstgehostete Alternative der Schule zu Google NotebookLM. Technisch kommt dafür die Open-Source-Software Open Notebook zum Einsatz. Für dich steht aber nicht der Name der Software im Mittelpunkt, sondern eine einfache Idee: Du stellst deine eigenen Materialien zusammen und nutzt sie als Grundlage für Fragen, Notizen und Zusammenfassungen.

Damit unterscheidet sich das Arbeitsbuch von einer offenen Suche nach Informationen. Die Ausgangsbasis liegt bereits vor: Es sind die Texte und Dokumente, mit denen du dich beschäftigen möchtest. Das kann dir helfen, einen klar abgegrenzten Gegenstand Schritt für Schritt zu erschließen, statt sofort in viele verschiedene Richtungen weiterzusuchen.

Open Notebook – das digitale Arbeitsbuch (Screenshot)
Open Notebook – das digitale Arbeitsbuch (Screenshot)

Was kannst du mit Open Notebook machen?

Du kannst eigene Texte und Dokumente hochladen, Fragen zu ihnen stellen sowie Notizen und Zusammenfassungen erstellen. So bleiben Material, Fragen und deine weitere Bearbeitung in einer gemeinsamen Lernumgebung. Der Zugang erfolgt über eine Anmeldung.

  • Material auswählen: Du entscheidest, welche Texte oder Dokumente die Grundlage bilden.
  • Fragen formulieren: Du richtest deine Fragen gezielt an das bereitgestellte Material.
  • Ergebnisse ordnen: Du kannst Notizen anlegen und Zusammenfassungen erstellen.
  • Weiterarbeiten: Du vergleichst die Ergebnisse mit den hochgeladenen Quellen und hältst deine eigenen Schlüsse fest.

Die ersten drei Schritte sind Funktionen des Arbeitsbuchs. Der vierte bleibt deine Aufgabe: Das Werkzeug kann Material für die weitere Arbeit strukturieren, doch lesen, abgleichen und begründet urteilen musst du selbst. Gerade dadurch wird aus einer schnellen Frage eine aktive Beschäftigung mit Quellen.

Warum hilft das beim Lernen mit Quellen?

Das Arbeitsbuch hilft dir, weil Fragen nicht losgelöst von deinem Lernmaterial stehen. Du kannst eine unklare Stelle zum Ausgangspunkt nehmen, Zusammenhänge erfragen und anschließend prüfen, wie sich die Antwort im ursprünglichen Text wiederfindet. Eine Zusammenfassung kann dir außerdem einen Überblick geben, den du danach am Dokument kontrollierst und mit eigenen Notizen ergänzt.

Aktives Arbeiten beginnt deshalb schon vor der ersten Eingabe. Welche Dokumente gehören zu deinem Thema? Welche Frage ist noch offen? Welche Aussage möchtest du genauer verstehen? Je genauer du dein Ziel formulierst, desto gezielter kannst du mit dem bereitgestellten Material arbeiten. Das Arbeitsbuch nimmt dir diese Entscheidungen nicht ab, sondern gibt ihnen einen gemeinsamen Ort.

Wie kann eine Arbeitsphase aussehen?

Beginne mit einer eigenen Leitfrage und wähle dazu passende Texte oder Dokumente aus. Lade sie in das Arbeitsbuch, stelle eine konkrete Frage und notiere, was dir an der Antwort wichtig oder noch unklar erscheint. Lass dir anschließend eine Zusammenfassung erstellen und vergleiche sie mit dem Ausgangsmaterial. Zum Schluss formulierst du in eigenen Worten, was du aus den Quellen mitnimmst.

Dieser Ablauf nutzt alle bestätigten Grundfunktionen des Dienstes, ohne das eigene Denken an die KI abzugeben. Du bestimmst die Materialien, setzt den Schwerpunkt und prüfst die Ergebnisse. So bleibt das Arbeitsbuch ein Lernwerkzeug und wird nicht zum Ersatz für das Lesen oder für deine eigene Begründung.

Wie bleiben Schülerdaten geschützt?

Das Arbeitsbuch läuft vollständig auf dem schuleigenen Server. Wie bei den anderen KI-Diensten der MOS gehen keine Schülerdaten an externe KI-Anbieter. Die Schule behält damit die Kontrolle über den Betrieb und die Daten; Konten bei US-Anbietern sind für diese schulische Alternative nicht nötig.

Dazu passt die technische Grundlage: Open Notebook ist quelloffen und wird selbstgehostet. Die MOS setzt damit auf Open-Source-Software statt auf ein Lizenz-Abo. Für die Nutzung des Arbeitsbuchs ist dennoch eine Anmeldung erforderlich. Selbstgehostet bedeutet also nicht öffentlich zugänglich, sondern Betrieb in der eigenen schulischen Umgebung.

Was bleibt deine Aufgabe?

Du wählst die Quellen aus, stellst sinnvolle Fragen und überprüfst die erstellten Notizen und Zusammenfassungen am Material. Das ist der Kern des Werkzeugs: KI unterstützt die Auseinandersetzung mit eigenen Dokumenten, während Auswahl, Einordnung und Schlussfolgerung bei dir bleiben. So passt das Arbeitsbuch zu einem Unterricht, in dem KI als Werkzeug erprobt wird.

In dieser Serie

Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „KI in der Schule“ auf mosDigitales. Jede Woche erscheint in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog ein neuer Teil über die digitalen Werkzeuge der MOS München.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert