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  • KI in der Schule: Argumentieren mit dem Chat-Trainer

    KI in der Schule: Argumentieren mit dem Chat-Trainer

    Eine gute Argumentation entsteht selten im ersten Anlauf. Eine Behauptung braucht Gründe, Gegenpositionen verdienen eine faire Prüfung, und am Ende musst du selbst entscheiden, was trägt. Genau bei diesem Überarbeiten setzt „Argumente“ an: Der schuleigene Chat-Trainer begleitet dich beim Nachdenken, ohne dir das Denken abzunehmen.

    Kurz erklärt: „Argumente“ ist der selbstgehostete Chat-Trainer der MOS München für das Üben von Charakterisierungen, Erörterungen und Argumenten. Er basiert auf OpenAssistantGPT und nutzt das offene Sprachmodell gpt-oss lokal über Ollama. Statt fertige Lösungen zu liefern, gibt er Hinweise, mit denen du deine Überlegungen selbst prüfen und weiterentwickeln kannst.

    Was ist der Chat-Trainer „Argumente“?

    „Argumente“ ist ein eigener Chatbot der MOS München und seit etwa Februar 2026 online. Technisch beruht er auf dem quelloffenen Framework OpenAssistantGPT, das mit Next.js umgesetzt ist. Als Sprachmodell arbeitet gpt-oss, ein offenes Modell von OpenAI. Ollama führt dieses Modell lokal auf dem Schulserver aus.

    Entscheidend ist aber nicht der technische Unterbau, sondern die Rolle des Werkzeugs: Der Trainer soll dir keine fertigen Lösungen geben. Sein Motto folgt dem Montessori-Prinzip „Hilf mir, es selbst zu tun!“. Deshalb stehen Hinweise zur Selbstüberprüfung im Mittelpunkt. Du bleibst verantwortlich für die Charakterisierung, die Erörterung oder das Argument, an dem du arbeitest.

    Argumente – der Chat-Trainer (Screenshot)
    Argumente – der Chat-Trainer (Screenshot)

    Wie kannst du mit der KI argumentieren üben?

    Du kannst eine eigene Position formulieren, sie im Chat prüfen und anschließend gezielt überarbeiten. Dabei hilft es, nicht sofort nach einer vollständigen Antwort zu fragen. Teile deinen Gedankengang lieber in kleine Prüfschritte und nutze die Hinweise des Trainers als Anlass für deine nächste Entscheidung.

    Auch eine Debatte kannst du so vorbereiten: Formuliere zuerst deine Position, teste im Chat eine Gegenposition und entwickle darauf deine eigene Antwort. Der Trainer liefert dabei ein Gegenüber zum Üben; welche Argumente du übernimmst, veränderst oder zurückweist, entscheidest du selbst.

    • Position klären: Formuliere deine These in einem eindeutigen Satz. Bitte dann um einen Hinweis, an welcher Stelle sie noch unklar oder zu allgemein ist.
    • Begründung prüfen: Ergänze einen Grund für deine Position. Frage, ob die Verbindung zwischen Behauptung und Begründung nachvollziehbar ist.
    • Gegenposition testen: Bitte um eine mögliche Gegenposition. Antworte darauf mit deinen eigenen Worten, statt den Vorschlag einfach zu übernehmen.
    • Argument überarbeiten: Vergleiche deine erste und deine neue Fassung. Entscheide selbst, welcher Hinweis dein Argument tatsächlich präziser macht.

    Auch bei einer Charakterisierung oder Erörterung gilt dieses Vorgehen: Du bringst deinen eigenen Entwurf ein und lässt dir Ansatzpunkte zur Selbstkontrolle geben. Der Chat ist damit kein Abkürzungsautomat, sondern ein Gegenüber für einen zusätzlichen Prüfdurchgang.

    Warum gibt der Trainer keine fertigen Lösungen?

    Weil das Werkzeug dich beim eigenständigen Arbeiten unterstützen soll. Eine fertige Erörterung würde zwar Text liefern, aber nicht zeigen, welche gedanklichen Entscheidungen du selbst getroffen hast. Ein Hinweis lässt dir dagegen Raum: Du kannst ihn annehmen, verwerfen oder zum Ausgangspunkt für eine bessere Formulierung machen.

    Das ist besonders beim Argumentieren wichtig. Eine überzeugend klingende Formulierung ist noch kein Beleg dafür, dass ein Gedanke trägt. Du musst weiterhin prüfen, ob deine Behauptung verständlich ist, ob die Begründung dazu passt und ob du eine Gegenposition angemessen berücksichtigt hast. Genau dieses Prüfen lässt sich nicht sinnvoll an den Chatbot abgeben.

    Wo liegen die Grenzen von KI-Argumenten?

    Die Grenze liegt dort, wo ein sprachlich passender Vorschlag mit einem eigenen Urteil verwechselt wird. Der Trainer kann einen Hinweis oder eine Gegenposition formulieren. Ob sie für deine konkrete Aufgabe relevant, ausreichend begründet und fair dargestellt ist, entscheidest jedoch du.

    Behandle eine KI-Antwort deshalb als Prüfangebot, nicht als Autorität. Stelle Rückfragen, vergleiche verschiedene Formulierungen und suche nach Lücken im Gedankengang. Wenn ein Vorschlag nur gut klingt, aber keine nachvollziehbare Begründung enthält, ist er kein starkes Argument. Und wenn eine Gegenposition zu einfach ausfällt, solltest du sie stärker formulieren, bevor du auf sie antwortest.

    Kritisches Denken zeigt sich also nicht darin, jeden KI-Hinweis abzulehnen. Es zeigt sich darin, jeden Hinweis nach denselben Maßstäben zu prüfen wie den eigenen Text. So bleibt der Chat ein Werkzeug, während Auswahl, Begründung und Schlussfolgerung bei dir liegen.

    Wie schützt die MOS deine Daten beim KI-Chat?

    Die MOS betreibt den Chat-Trainer vollständig auf dem schuleigenen Server. Das Sprachmodell läuft dort lokal über Ollama; Schülerdaten werden nicht an externe KI-Anbieter weitergegeben. Für die Nutzung ist deshalb auch kein Konto bei einem US-Anbieter nötig.

    Damit verbindet „Argumente“ zwei Ziele der schulischen KI-Angebote: Du kannst ein aktuelles Werkzeug für den Unterricht erproben, und die Schule behält zugleich die Datenhoheit. Der offene technische Aufbau mit OpenAssistantGPT, gpt-oss und Ollama macht den Dienst zu einer selbstgehosteten Alternative unter Kontrolle der Schule.

    Was nimmst du aus einem Training mit?

    Du nimmst im besten Fall nicht einfach mehr Text mit, sondern bessere Fragen an deinen eigenen Text. Ist meine These eindeutig? Trägt meine Begründung? Habe ich eine ernst zu nehmende Gegenposition geprüft? Wenn du diese Fragen nach dem Chat selbst beantworten kannst, hat der Trainer seine Aufgabe erfüllt: Er hat dir beim Selberdenken geholfen.

    In dieser Serie

    Jede Woche erscheint ein neuer Teil in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog. Die Serie stellt die selbstgehosteten KI-Dienste und weitere digitale Werkzeuge der MOS München vor.

  • Arbeitsbuch: Open Notebook für eigene Quellen

    Arbeitsbuch: Open Notebook für eigene Quellen

    Eigene Texte sammeln, gezielt befragen und die Ergebnisse in Notizen festhalten: Genau dafür gibt es das Arbeitsbuch der MOS München. Der Dienst basiert auf Open Notebook und ergänzt seit etwa Juni 2026 die digitalen Lernwerkzeuge der Schule. Statt mit beliebigen Antworten zu beginnen, arbeitest du hier mit dem Material, das du selbst ausgewählt hast.

    Kurz erklärt: Das Arbeitsbuch der MOS München ist eine quelloffene, selbstgehostete Lernumgebung auf Basis von Open Notebook. Du lädst eigene Texte und Dokumente hoch, stellst Fragen zu diesen Materialien und erstellst daraus Notizen oder Zusammenfassungen. Der Dienst läuft auf dem schuleigenen Server und ist nach einer Anmeldung zugänglich.

    Was ist das Arbeitsbuch der MOS?

    Das Arbeitsbuch ist die selbstgehostete Alternative der Schule zu Google NotebookLM. Technisch kommt dafür die Open-Source-Software Open Notebook zum Einsatz. Für dich steht aber nicht der Name der Software im Mittelpunkt, sondern eine einfache Idee: Du stellst deine eigenen Materialien zusammen und nutzt sie als Grundlage für Fragen, Notizen und Zusammenfassungen.

    Damit unterscheidet sich das Arbeitsbuch von einer offenen Suche nach Informationen. Die Ausgangsbasis liegt bereits vor: Es sind die Texte und Dokumente, mit denen du dich beschäftigen möchtest. Das kann dir helfen, einen klar abgegrenzten Gegenstand Schritt für Schritt zu erschließen, statt sofort in viele verschiedene Richtungen weiterzusuchen.

    Open Notebook – das digitale Arbeitsbuch (Screenshot)
    Open Notebook – das digitale Arbeitsbuch (Screenshot)

    Was kannst du mit Open Notebook machen?

    Du kannst eigene Texte und Dokumente hochladen, Fragen zu ihnen stellen sowie Notizen und Zusammenfassungen erstellen. So bleiben Material, Fragen und deine weitere Bearbeitung in einer gemeinsamen Lernumgebung. Der Zugang erfolgt über eine Anmeldung.

    • Material auswählen: Du entscheidest, welche Texte oder Dokumente die Grundlage bilden.
    • Fragen formulieren: Du richtest deine Fragen gezielt an das bereitgestellte Material.
    • Ergebnisse ordnen: Du kannst Notizen anlegen und Zusammenfassungen erstellen.
    • Weiterarbeiten: Du vergleichst die Ergebnisse mit den hochgeladenen Quellen und hältst deine eigenen Schlüsse fest.

    Die ersten drei Schritte sind Funktionen des Arbeitsbuchs. Der vierte bleibt deine Aufgabe: Das Werkzeug kann Material für die weitere Arbeit strukturieren, doch lesen, abgleichen und begründet urteilen musst du selbst. Gerade dadurch wird aus einer schnellen Frage eine aktive Beschäftigung mit Quellen.

    Warum hilft das beim Lernen mit Quellen?

    Das Arbeitsbuch hilft dir, weil Fragen nicht losgelöst von deinem Lernmaterial stehen. Du kannst eine unklare Stelle zum Ausgangspunkt nehmen, Zusammenhänge erfragen und anschließend prüfen, wie sich die Antwort im ursprünglichen Text wiederfindet. Eine Zusammenfassung kann dir außerdem einen Überblick geben, den du danach am Dokument kontrollierst und mit eigenen Notizen ergänzt.

    Aktives Arbeiten beginnt deshalb schon vor der ersten Eingabe. Welche Dokumente gehören zu deinem Thema? Welche Frage ist noch offen? Welche Aussage möchtest du genauer verstehen? Je genauer du dein Ziel formulierst, desto gezielter kannst du mit dem bereitgestellten Material arbeiten. Das Arbeitsbuch nimmt dir diese Entscheidungen nicht ab, sondern gibt ihnen einen gemeinsamen Ort.

    Wie kann eine Arbeitsphase aussehen?

    Beginne mit einer eigenen Leitfrage und wähle dazu passende Texte oder Dokumente aus. Lade sie in das Arbeitsbuch, stelle eine konkrete Frage und notiere, was dir an der Antwort wichtig oder noch unklar erscheint. Lass dir anschließend eine Zusammenfassung erstellen und vergleiche sie mit dem Ausgangsmaterial. Zum Schluss formulierst du in eigenen Worten, was du aus den Quellen mitnimmst.

    Dieser Ablauf nutzt alle bestätigten Grundfunktionen des Dienstes, ohne das eigene Denken an die KI abzugeben. Du bestimmst die Materialien, setzt den Schwerpunkt und prüfst die Ergebnisse. So bleibt das Arbeitsbuch ein Lernwerkzeug und wird nicht zum Ersatz für das Lesen oder für deine eigene Begründung.

    Wie bleiben Schülerdaten geschützt?

    Das Arbeitsbuch läuft vollständig auf dem schuleigenen Server. Wie bei den anderen KI-Diensten der MOS gehen keine Schülerdaten an externe KI-Anbieter. Die Schule behält damit die Kontrolle über den Betrieb und die Daten; Konten bei US-Anbietern sind für diese schulische Alternative nicht nötig.

    Dazu passt die technische Grundlage: Open Notebook ist quelloffen und wird selbstgehostet. Die MOS setzt damit auf Open-Source-Software statt auf ein Lizenz-Abo. Für die Nutzung des Arbeitsbuchs ist dennoch eine Anmeldung erforderlich. Selbstgehostet bedeutet also nicht öffentlich zugänglich, sondern Betrieb in der eigenen schulischen Umgebung.

    Was bleibt deine Aufgabe?

    Du wählst die Quellen aus, stellst sinnvolle Fragen und überprüfst die erstellten Notizen und Zusammenfassungen am Material. Das ist der Kern des Werkzeugs: KI unterstützt die Auseinandersetzung mit eigenen Dokumenten, während Auswahl, Einordnung und Schlussfolgerung bei dir bleiben. So passt das Arbeitsbuch zu einem Unterricht, in dem KI als Werkzeug erprobt wird.

    In dieser Serie

    Dieser Beitrag ist Teil der Reihe „KI in der Schule“ auf mosDigitales. Jede Woche erscheint in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog ein neuer Teil über die digitalen Werkzeuge der MOS München.