Wenn du Kompass, Arbeitsbuch oder Argumente öffnest, siehst du jeweils ein Werkzeug mit einer eigenen Aufgabe. Im Hintergrund teilen sich die KI-Dienste jedoch einen schuleigenen Server. Damit das funktioniert, übernimmt nicht ein einziges Programm alles. Mehrere technische Bausteine arbeiten mit klar verteilten Rollen zusammen.
Kurzdefinition: Die KI-Infrastruktur der MOS ist das technische Zusammenspiel aus lokalen Sprachmodellen, Sprach-KI, einer fair geteilten Grafikkarte, Automatisierungen und einem Dokumentenserver. Alle Bausteine laufen als Docker-Container auf dem schuleigenen Server. So bleiben Schülerdaten im Haus und gelangen nicht an externe KI-Anbieter.
Wie schafft ein Schulserver mehrere KI-Dienste?
Der Schulserver schafft mehrere KI-Dienste durch Arbeitsteilung: Ollama stellt lokale Sprachmodelle bereit, Speaches kümmert sich um Spracherkennung und Sprachausgabe, GPUQ teilt die Grafikkarte fair, n8n übernimmt Automatisierungen und OnlyOffice dient als Dokumentenserver. Jeder Baustein hat damit eine überschaubare Aufgabe.
Alle diese Bausteine laufen als Docker-Container auf demselben Server. Für dich erscheinen die Angebote trotzdem als unterschiedliche Dienste. Kompass ist die KI-Suche mit Quellenangaben, Arbeitsbuch arbeitet mit eigenen Materialien und Argumente unterstützt beim Prüfen von Charakterisierungen, Erörterungen und Argumenten. Hinter den verschiedenen Oberflächen steht also eine gemeinsame, lokal betriebene Grundlage.
Was bedeutet dabei „selbstgehostet“?
Selbstgehostet bedeutet hier: Die KI-Dienste laufen auf dem schuleigenen Server unter der Kontrolle der Schule. Für ihre Nutzung sind keine Konten bei US-Anbietern nötig, und Schülerdaten gehen nicht an externe KI-Anbieter. Die Schule setzt dabei auf Open-Source-Software statt auf Lizenz-Abos.
Welche Aufgabe übernimmt Ollama?
Ollama stellt die lokalen Sprachmodelle auf dem Schulserver bereit. Ein konkretes Beispiel ist der Chat-Trainer Argumente: Dort arbeitet das offene Modell gpt-oss lokal über Ollama. Der Trainer kann dadurch Hinweise zur Selbstüberprüfung geben, ohne eine Anfrage an einen externen KI-Anbieter zu schicken.
Ollama ist damit ein Teil der technischen Grundlage und nicht mit der sichtbaren Anwendung gleichzusetzen. Du begegnest im Browser etwa dem Dienst Argumente; das lokale Sprachmodell dahinter wird über Ollama betrieben. Diese Unterscheidung hilft, Oberfläche und Infrastruktur auseinanderzuhalten.
Wofür ist Speaches zuständig?
Speaches ist für Spracherkennung und Sprachausgabe zuständig. Diese Sprach-KI läuft auf der eigenen Grafikkarte des Schulservers. Sprache wird damit ebenfalls innerhalb der schuleigenen Infrastruktur verarbeitet; Schülerdaten werden nicht an einen externen KI-Anbieter weitergegeben.
Die Aufgabenteilung ist einfach: Ollama steht für lokale Sprachmodelle, Speaches für gesprochene Ein- und Ausgaben. Beide gehören zur KI-Infrastruktur, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen. Welche Oberfläche du gerade verwendest, ändert nichts am Grundsatz: Die KI-Dienste werden selbstgehostet.
Warum braucht die Grafikkarte eine Warteschlange?
Die Grafikkarte braucht eine Warteschlange, weil mehrere Dienste sie nutzen. GPUQ übernimmt diese Aufgabe und teilt die Grafikkarte fair zwischen den Diensten. So gibt es für die gemeinsam genutzte Ressource eine geordnete Verteilung.
Du kannst dir GPUQ wie die Schlange in der Mensa vorstellen: Viele möchten zur gleichen Ausgabe, aber es gibt einen gemeinsamen Anlaufpunkt. Statt dass sich alle gleichzeitig vordrängen, ordnet die Schlange, wer an die Reihe kommt. GPUQ erfüllt für die Grafikkarte diese koordinierende Rolle und sorgt dabei für eine faire Teilung.
Die Warteschlange ist selbst kein Sprachmodell und keine Sprach-KI. Sie verwaltet die gemeinsame Nutzung der Grafikkarte. Gerade weil mehrere Angebote auf einem einzigen Schulserver laufen, ist diese Rolle wichtig für das Zusammenspiel der Dienste.
Was automatisiert n8n?
n8n ist der Baustein für Automatisierungen. Es ist Open-Source-Software und läuft wie die anderen Bestandteile als Docker-Container auf dem Schulserver. n8n ist also weder die KI-Suche noch das Sprachmodell, sondern übernimmt im Hintergrund die Rolle für automatisierte Abläufe.
Die Rollen bleiben dabei klar getrennt: Anders als Ollama stellt n8n nicht die lokalen Sprachmodelle bereit, und anders als Speaches ist es nicht für Sprache zuständig. In dieser Infrastruktur übernimmt n8n Automatisierungen. Damit gibt es auch für diesen Bereich einen eigenen Baustein auf dem Schulserver.
Welche Rolle hat OnlyOffice?
OnlyOffice übernimmt die Rolle des Dokumentenservers. Damit ist auch der Bereich Dokumente als eigener Baustein in der Infrastruktur vertreten. OnlyOffice ist weder das lokale Sprachmodell noch die Warteschlange für die Grafikkarte. Seine klar benannte Aufgabe macht die Arbeitsteilung auf dem Schulserver leichter verständlich.
Warum laufen die Bausteine in Docker-Containern?
Docker-Container sind die gemeinsame Betriebsform der Bausteine auf dem Schulserver. Ollama, Speaches, GPUQ, n8n und OnlyOffice laufen dort als Container. So kann ein einziger Server die unterschiedlichen Rollen innerhalb derselben schuleigenen Infrastruktur tragen.
Für den Blick hinter die Kulissen ist vor allem diese Ordnung wichtig: Hinter den sichtbaren Diensten stehen mehrere klar benannte Bestandteile, die gemeinsam auf dem Schulserver betrieben werden. Ein Docker-Container ist in diesem Aufbau also kein zusätzliches KI-Angebot, sondern die Betriebsform eines Bausteins.
Wie schützt diese Technik Schülerdaten?
Die Technik schützt Schülerdaten durch Datenhoheit: Alle KI-Dienste laufen auf dem Server der Schule, und die Schule behält die Kontrolle. Schülerdaten bleiben im Haus und werden nicht an externe KI-Anbieter übertragen. Diese Datenhoheit bildet den gemeinsamen Datenschutz-Rahmen im Sinne der DSGVO.
Open Source gehört ebenfalls zu diesem Ansatz. Bei Ollama und n8n setzt die Schule ausdrücklich auf quelloffene Software; auch zentrale Anwendungen wie Perplexica und Open Notebook sind quelloffen. Das ersetzt keine kritische Prüfung von KI-Ergebnissen, erklärt aber, warum die technische Grundlage nicht auf externen KI-Konten und Lizenz-Abos aufbaut.
In dieser Serie
Jede Woche erscheint ein neuer Teil in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog. Darin zeigen wir dir die selbstgehosteten KI-Angebote und weitere digitale Werkzeuge der MOS verständlich und mit Blick auf Datenschutz.
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