Künstliche Intelligenz kann beim Recherchieren, beim Arbeiten mit eigenen Materialien und beim Prüfen von Argumenten helfen. In der Schule stellt sich dabei aber immer auch die Frage: Wo werden Eingaben und Dokumente verarbeitet? Die MOS München gibt darauf im Schuljahr 2025/26 eine eigene technische Antwort.
Kurz definiert: Selbstgehostete KI in der Schule bedeutet, dass KI-Dienste auf einem Server unter Kontrolle der Schule laufen. Dadurch behält die Schule die Datenhoheit: Schülerdaten gehen nicht an externe KI-Anbieter. Quelloffene Software bildet die technische Grundlage, und die Schule setzt sie statt Lizenz-Abos ein.
Warum betreibt die MOS eigene KI-Dienste?
Die MOS betreibt ihre KI-Dienste selbst, damit die Verarbeitung auf dem schuleigenen Server bleibt. Der Server steht unter Kontrolle der Schule, und für die schuleigenen Alternativen sind keine Konten bei US-Anbietern nötig. So werden Datenhoheit und Datenschutz nicht nur versprochen, sondern durch die technische Umgebung gestützt.
Ein zweiter Grund ist Open Source. Bei zentralen Bausteinen setzt die Schule auf quelloffene Software wie Perplexica, Open Notebook, Ollama, Vaultwarden, Moodle und n8n statt auf Lizenz-Abos. Die DSGVO bleibt dabei der verbindliche Rahmen: Schülerdaten werden nicht an externe KI-Anbieter weitergegeben.
Welche KI-Werkzeuge gibt es an der MOS?
Im Mittelpunkt stehen vier sichtbare KI-Angebote und die gemeinsame Infrastruktur dahinter. Jedes Werkzeug hat eine klar umrissene Aufgabe:
- Kompass: Die quelloffene, selbstgehostete KI-Suchmaschine Perplexica beantwortet Fragen in einer Chat-Oberfläche und nennt Quellen. Sie läuft komplett auf dem Schulserver und ist seit etwa Dezember 2025 online.
- Arbeitsbuch: Open Notebook ist eine quelloffene, selbstgehostete Alternative zu Google NotebookLM. Nach der Anmeldung kannst du eigene Texte und Dokumente hochladen, Fragen dazu stellen sowie Notizen und Zusammenfassungen erstellen; das Angebot ist seit etwa Juni 2026 online.
- Argumente: Dieser Chat-Trainer gibt Hinweise zur Selbstüberprüfung von Charakterisierungen, Erörterungen und Argumenten, aber keine fertigen Lösungen. Er basiert auf dem Open-Source-Framework OpenAssistantGPT und nutzt seit etwa Februar 2026 das offene Modell gpt-oss lokal über Ollama.
- KI-Portal für Lehrkräfte: Das Portal auf Basis von OpenClaw unterstützt zum Beispiel bei der Unterrichtsvorbereitung. Es ist seit etwa Februar oder März 2026 zugangsgeschützt und arbeitet in einer abgesicherten Sandbox.
- KI-Infrastruktur: Ollama betreibt lokale Sprachmodelle, Speaches übernimmt Spracherkennung und Sprachausgabe auf der eigenen GPU, und GPUQ verteilt die Grafikkarte fair zwischen den Diensten. n8n dient Automatisierungen, OnlyOffice als Dokumentenserver; alle Komponenten laufen als Docker-Container auf dem Schulserver.
Welche weiteren digitalen Werkzeuge gehören dazu?
Zum digitalen Schuljahr gehören außerdem sieben Angebote für Organisation, Lernen und den sicheren Umgang mit digitalen Aufgaben:
- Schulkalender: Der organizer bietet seit etwa Mai 2026 einen zentralen Überblick über Termine.
- Praktikumsbörse: Unter „Praktikumsstellen – MOS München“ findest du seit etwa Mai 2026 eine Übersicht über Praktikumsplätze.
- SoleMate: In diesem browserbasierten Lernspiel zur Materialwirtschaft baust du eine Sneaker-Lieferkette auf. Seit etwa Juni 2026 verbindet das Spiel auf einer Weltkarte wirtschaftliche Entscheidungen mit ökologischen und sozialen Abwägungen.
- mosQR: Mit dem schuleigenen QR-Code-Generator kannst du QR-Codes ohne die Werbe-Tracker externer QR-Dienste erzeugen.
- Passwort-Tresor: Der selbstgehostete Passwortmanager Vaultwarden ist mit Bitwarden kompatibel. Das Angebot besteht seit etwa Juni 2026.
- mosKurse: Die bestehende Moodle-Lernplattform der Schule wird weiterentwickelt.
- mosDigitales: Der Digital-Blog ist im Schuljahr 2025/26 gestartet. Hier werden auch die Werkzeuge und Hintergründe dieser Serie erklärt.
Wie wird KI im Unterricht eingesetzt?
Die Schule erprobt KI als Werkzeug im Unterricht: für Recherche mit Quellen, für die Arbeit mit eigenen Materialien und für Argumentationstraining. Diese drei Beispiele zeigen zugleich, dass nicht jede Aufgabe denselben Dienst braucht. Kompass unterstützt die Suche, Arbeitsbuch richtet den Blick auf bereitgestellte Unterlagen, und Argumente hilft bei der Selbstüberprüfung.
So setzt jedes Angebot an einem anderen Arbeitsschritt an: Du suchst Informationen mit Quellenangaben, befragst ausgewählte Dokumente oder überprüfst deine Argumentation mithilfe von Hinweisen. Genau diese Einsatzfelder werden in den nächsten Artikeln ausführlicher vorgestellt.
Quellenangaben, eigene Materialien und Hinweise statt fertiger Lösungen schaffen Anlässe zum Weiterdenken. Du bleibst deshalb gefragt: Du prüfst Quellen, vergleichst Aussagen und entwickelst deine eigenen Gedanken. Die KI ist dabei ein Werkzeug, nicht die Instanz, die dir jede Entscheidung abnimmt.
Was erklärt die neue Artikelserie?
Die folgenden Teile stellen die einzelnen Angebote nacheinander vor. Du erfährst, wie Kompass Recherche mit Quellen unterstützt, wie Arbeitsbuch eigene Unterlagen nutzbar macht und wie Argumente zum kritischen Prüfen einlädt. Weitere Beiträge erklären das geschützte Portal für Lehrkräfte, die Technik auf dem Schulserver sowie die digitalen Alltags- und Lernwerkzeuge.
In dieser Serie
Jede Woche erscheint ein neuer Teil in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog. Die Serie macht Schritt für Schritt sichtbar, welche Werkzeuge die MOS betreibt und welche Idee hinter der selbstgehosteten Umgebung steht.
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