Fünfte Stunde, die Klasse hängt in den Seilen – und dann: Code an die Wand, Handys raus, drei Minuten später ist der Raum wach. Genau dafür haben viele von uns jahrelang Kahoot genutzt. Mit Quizgeist gibt es dieses Live-Quiz jetzt direkt in mosKurse. Unsere Kahoots sind schon umgezogen.
Was ist Quizgeist?
Kurz gesagt: Quizgeist ist eine Moodle-Aktivität für Live-Quizze, entwickelt an der MOS. Du legst sie an wie eine Aufgabe oder ein Forum. Im Unterricht erscheinen ein sechsstelliger Spielcode und ein QR-Code am Beamer, die Klasse tritt mit dem Handy bei, Antwortbalken wachsen, am Ende steht ein Podium.
Der Unterschied zu externen Diensten liegt weniger in der Spielmechanik als im Ort: Fragen, Antworten und Auswertungen bleiben in unserem Moodle. Die Schüler*innen spielen mit ihrem normalen mosKurse-Zugang. Es braucht kein Zusatzkonto, und keine Klassenliste landet in einer fremden Cloud.

Deine Kahoots sind schon da
Das über Jahre gewachsene Kahoot-Material der Schule ist vollständig gesichert und importiert: 40 Kahoots mit 695 Fragen samt Bildern. Jedes Kahoot ist eine eigene Quizgeist-Aktivität geworden und trägt seinen ursprünglichen Namen. Du findest sie hier:
- Fachschaft Deutsch, Abschnitt „Spielhalle“: 18 Quizze von Stilmitteln über Argumentation und Polemik bis zu Charakterisierung, Konjunktiv I, Erzählperspektiven und Dramenanalyse.
- PuG 12: drei Quizze, etwa zur US-Präsidentschaftswahl und zur Eisbachwelle.
- Spanisch 12: in der „Sala de juegos“, von „Ser o estar“ bis „Por y para“.
- Deutsch 11: „Basissatz“ sowie „Inhaltsangabe und Konjunktiv I“.
Brauchst du ein Quiz in deinem eigenen Kurs, öffne die Aktivität und wähle oben „In anderen Kurs kopieren“: Zielkurs und Abschnitt auswählen, fertig. Hast du selbst noch Kahoots exportiert, holst du sie über den Reiter „Kahoot importieren“ herein. Mit „Nur prüfen“ siehst du vorher, was übernommen, angepasst oder ausgelassen würde – Videos von fremden Servern etwa lassen sich nicht mitnehmen.
Ein ehrlicher Hinweis: Die Fragen wurden so übernommen, wie sie in Kahoot standen – samt der Fehler, die schon im Original steckten. Klick ein Quiz deshalb einmal durch, bevor du es in der Klasse spielst.
So läuft eine Runde
- Quizgeist-Aktivität öffnen und den Reiter „Live“ wählen.
- Spielmodus und Teilnehmernamen festlegen (echte Namen, eigene Spitznamen oder lustige erzeugte Namen), dann „Lobby erstellen“.
- Spielcode und QR-Code erscheinen. Die Klasse scannt oder tippt den Code am Handy, angemeldet bei mosKurse wie immer.
- Sind alle in der Lobby, folgt „Spiel starten“. Dann schaltest du Frage für Frage weiter und zeigst mit „Antworten auflösen“ die Verteilung.
- Am Ende kommt das Podium, mit „Session beenden“ schließt du die Runde.
Über „Vollbild“ füllt das Quiz den ganzen Beamer. Wer kurz aus dem WLAN fliegt, wird automatisch wieder verbunden und spielt weiter. Bei Fragen mit richtiger Lösung zeigt dir nach dem Auflösen eine Ampel, ob die Klasse sicher ist oder ob sich ein zweiter Blick lohnt. Neben dem klassischen Spiel gibt es einen Teammodus (auch mit deinen Moodle-Gruppen) und einen Genauigkeitsmodus, in dem nur zählt, ob eine Antwort stimmt – ohne Tempo- und Serienpunkte.

Stressarm als Voreinstellung
Live-Quizze haben einen bekannten Nebeneffekt: Die Schnellen gewinnen, die anderen sehen ihren Namen jede Runde weiter unten und steigen innerlich aus. Quizgeist ist deshalb anders voreingestellt:
- Rangliste: Auf ihren Handys sehen die Schüler*innen standardmäßig nur ihren eigenen Fortschritt; fremde Namen und Punktstände erreichen ihre Geräte gar nicht. Die vollständige Rangliste gibt es in deiner Moderatoransicht – an der Wand steht sie also nur, wenn du sie zeigst.
- Punktvergabe: Bei „Gleiche Zeit für alle“ zählt nur, ob eine Antwort richtig ist, nicht, wie schnell sie kam. Wer Tempo-Punkte will, stellt auf „Auf Zeit“.
- Denk-Moment: Schaltest du ihn in den Einstellungen ein, schreiben die Schüler*innen nach der Antwort und vor der Auflösung kurz auf, warum sie so geantwortet haben. Die Begründung bringt keine Punkte und wird nie bewertet. Du findest sie danach im Bericht – oft der beste Gesprächsanlass der Stunde.
Fragen selbst bauen
Im Editor stehen dir an der MOS alle 13 Fragetypen zur Verfügung: Quiz/MC, Wahr/Falsch, Antwort eingeben (mit Tippfehlertoleranz), Umfrage, Wortwolke, Skala, Schieberegler, Puzzle, Pin platzieren, Bild aufdecken, Brainstorming, offene Frage und Slide als Inhaltsfolie mitten im Spiel. Das ist mehr als Spielerei: Ein Schieberegler macht Fehlvorstellungen beim Schätzen sichtbar, ein Pin prüft Verortung auf Karte oder Diagramm, eine offene Frage holt echte Formulierungen in den Raum statt angeklickter Buchstaben.
Zu jeder Frage kannst du einen Lösungsweg hinterlegen, der standardmäßig mit der Auflösung erscheint. Fragen lassen sich am Beamer vorlesen, damit auch Schüler*innen mitkommen, die mit langen Texten kämpfen. Und wenn es schnell gehen muss, erzeugt die KI-Werkstatt einen Quizentwurf – aus einem Thema, einer PDF-Datei oder einer Webseite. Das Thema musst du nicht tippen: Mit „Diktat starten“ sprichst du es ein. Den Entwurf prüfst du, verbesserst ihn und gibst die Fragen dann frei. Die KI läuft dabei über die KI-Zentrale auf unserem Schulserver, deine Unterlagen gehen an keinen externen Anbieter.
Ein gelungenes Quiz kannst du mit „Als Vorlage veröffentlichen“ in die schulweite Bibliothek stellen. Kolleg*innen hängen die Fragen dann mit wenigen Klicks an ihr eigenes Quiz an.
Neu: Merkmale und Fehlvorstellungen
Seit dem 16. Oktober kannst du deinen Fragen im Editor Merkmale geben: ein Thema, eine Aufgabenart oder eine Kompetenz. Unter jeder Frage hakst du vorhandene Merkmale an oder legst direkt ein neues an; zum Zuordnen wählst du anschließend „Merkmale speichern“. Über „Merkmale verwalten“ benennst du Merkmale um, löschst sie oder legst sie für den ganzen Kurs an – dann teilen sich mehrere Quizze dieselben Kompetenzen. Bei Kompetenzen kannst du die Fundstelle im Lehrplan notieren.
Das ist keine Ordnungsliebe, sondern schaltet drei Funktionen frei:
- Kompetenzbericht: Im Bericht steht je Kompetenz, wie viel Prozent der Antworten richtig waren. Der schwächste Bereich steht oben.
- Gemischtes Üben: Bei Zuweisungen kannst du die Reihenfolge „Themen bewusst durchmischt“ wählen. Dafür braucht Quizgeist die Themen deiner Fragen.
- Fehlerfreundlich bei neuen Themen: Jedes Quiz hat das Merkmal „Neu“. Hakst du es bei einer Frage an, lesen Schüler*innen nach einer falschen Antwort „Noch neu — das üben wir gleich.“ statt „Falsch“. Die zugehörige Einstellung ist von Haus aus eingeschaltet.
Bei Einfachauswahl- und Wahr/Falsch-Fragen gibt es außerdem den Bereich „Fehlvorstellungen“. Zu jeder falschen Antwort notierst du, welcher Denkfehler meist dahintersteckt, etwa „Konjunktiv II statt Konjunktiv I“. Nach „Antworten auflösen“ steht dieser Satz am Beamer unter der Antwort – ein direkter Einstieg ins Gespräch. Im Bericht sammelt der Fehlkonzept-Radar diese Fragen mit einer Ampel, die zeigt, ob die Klasse sicher ist oder ob sich Wiederholen lohnt. Eine optionale Notiz dazu erscheint nur im Bericht, nicht am Beamer.
Neu: Mitspielen ohne Handy – mit Antwortkarten
Nicht jede Klasse hat Geräte griffbereit, und manchmal sollen die Handys einfach in der Tasche bleiben. Dafür gibt es seit dem 16. Oktober den Karten-Modus: Du brauchst nur ein Gerät mit Kamera, die Klasse antwortet mit gedruckten Karten. Er funktioniert bei Auswahl- und Wahr/Falsch-Fragen.
- Karten drucken: Im Startbildschirm der Live-Ansicht legst du unter „Antwortkarten für den Karten-Modus“ einen Kartensatz an, für den ganzen Kurs oder eine Moodle-Gruppe, und wählst „Kartenbogen als PDF drucken“. Jede Karte trägt einen Vornamen, einen fünfstelligen Code und an den Rändern die Antwortbuchstaben.
- Anwesenheit abhaken: In der Lobby öffnest du „Antwortkarten ohne Gerät“. Die Namensliste zeigt alle Karteninhaber*innen. Du hakst ab, wer heute fehlt, und nimmst die anderen auf. Danach kannst du starten, auch wenn kein einziges Handy beigetreten ist. Wer doch ein Gerät hat, tritt ganz normal bei – beides lässt sich mischen.
- Hochhalten und fotografieren: Bei jeder Frage drehen alle ihre Karte so, dass der gewählte Buchstabe oben steht, und halten sie hoch. Du fotografierst die Klasse in der Fragenansicht unter „Karten scannen“.
- Prüfen und übernehmen: Die KI auf dem Schulserver liest Codes und Buchstaben und schlägt eine Liste vor. Du prüfst jede Zeile, trägst Fehlendes nach und wählst „Übernehmen“. Es zählt der Moment des Fotos, nicht der Klick – die Antwortzeit läuft dir also nicht davon, während du prüfst.
Ehrlich gesagt: In unserem ersten Test hat die Erkennung die Kartencodes meist gefunden, beim hochgehaltenen Buchstaben aber noch oft danebengelegen – auch dann, wenn sie sich „sicher“ gab. Plane deshalb Zeit fürs Prüfen ein und übernimm keinen Vorschlag ungesehen. Gezählt wird nichts, bevor du bestätigt hast, und das Foto wird gleich danach gelöscht.
Mehr als ein Live-Spiel
- Selbstlernen und Üben: Unter „Zuweisungen“ gibst du ein Quiz zum eigenständigen Üben auf, auf Wunsch mit Frist und Erinnerung. Zur Wahl stehen Übung (direkte Rückmeldung ohne Zeitdruck), Solo-Tempo, Übungstest, Lernkarten und Sprech-Trainer. Mit der Wiederholung bekommt jede*r genau die Fragen vorgelegt, die gerade wieder fällig sind – gespeist aus Live-Runden und Übungen. Haben deine Fragen Themen, kann Quizgeist sie beim Üben bewusst durchmischen.
- Fragenwerkstatt: Schüler*innen reichen eigene Fragen ein, jeweils mit einer kurzen Erklärung. Du entscheidest, ob eine Frage übernommen, zur Überarbeitung zurückgegeben oder verworfen wird. Vorher kannst du per „KI-Vorprüfung“ einschätzen lassen, ob die Frage verständlich ist, eine eindeutige Lösung hat und die Erklärung trägt – als Hinweis für dich, nie als Entscheidung.
- Berichte: Nach jeder Runde siehst du Kennzahlen, die Antwortverteilung je Frage, die Begründungen aus dem Denk-Moment und die Antworten auf offene Fragen. Schwierige Fragen sind markiert, und alles lässt sich als CSV- oder Excel-Datei exportieren. Mit Merkmalen und Fehlvorstellungen kommen Kompetenzbericht und Fehlkonzept-Radar dazu.
- Bühnen-Check: Bei offenen Fragen oder Folien kannst du ihn einschalten. Die Schüler*innen tragen dann ihre Antwort vor der Kamera vor und bekommen Rückmeldung zu Blick, Gestik und Haltung. Gerechnet wird im Browser des Geräts: Das Kamerabild verlässt es nicht, und die Rückmeldung sieht nur die Person selbst.
- Ganz normales Moodle: Quizgeist kennt Gruppen und Abschlussverfolgung, und ein Kurs-Backup nimmt die Aktivität mit. Ergebnisse aus Solo- und Übungstest-Zuweisungen können auf Wunsch ins Bewertungsbuch; Live-Runden zählen nie für die Note.

Und der Datenschutz?
Quizgeist ist Teil unseres Moodles und speichert alles dort: Fragen, Spielstände, Antworten, Berichte. Es entsteht kein Konto bei einem Drittanbieter. Auch die KI-Funktionen, also KI-Werkstatt, Diktat, KI-Vorprüfung, Karten-Erkennung, Vorlesen und Sprech-Trainer, laufen auf dem Schulserver der MOS. Ein Klassenfoto aus dem Karten-Modus wird nur dort ausgewertet und nach „Übernehmen“ oder „Aufnahme verwerfen“ sofort gelöscht.
Gut zu wissen
- Erst alle, dann Start: Sobald das Spiel läuft, kann niemand mehr beitreten, auch nicht über die Antwortkarten-Liste. Warte also, bis alle in der Lobby sind.
- Einschreibung prüfen: Mitspielen kann, wer in deinem Kurs eingeschrieben ist und sich bei mosKurse anmelden kann.
- Erst probieren, dann vor die Klasse: Spiel eine Runde mit Kolleg*innen oder öffne die Spieleransicht auf einem zweiten Gerät. So weißt du, wie es sich auf dem Handy anfühlt.
- Noch frisch: Quizgeist läuft als „Release Candidate“. Der Funktionsumfang steht, im Alltag kann aber noch etwas haken. Wer beim KI-Workshop am 11. September dabei war, hat es schon als Mitspieler*in erlebt; seit Oktober läuft es auch im Unterricht.
Fragen? Sascha fragen
Du willst Quizgeist ausprobieren, dein Kahoot-Archiv umziehen oder hast einen Fehler gefunden? Wende dich an Sascha Endlicher – persönlich, per Dienst-Mail oder im Schul-Chat. Sascha hilft beim Einrichten und nimmt Wünsche für die nächste Version gern mit.

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