Schlagwort: Medienkompetenz

  • SoleMate-Lernspiel und Passwort-Tresor der MOS

    SoleMate-Lernspiel und Passwort-Tresor der MOS

    Was haben eine Sneaker-Lieferkette und ein Passwort-Tresor gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig. Im digitalen Angebot der MOS zeigen beide jedoch, wie unterschiedlich schulische Werkzeuge aussehen können. SoleMate lädt zum Lernen im Browser ein; Vaultwarden übernimmt eine Verwaltungsaufgabe. Beide gehören zu den Werkzeugen, die seit etwa Juni 2026 auf dem Schulserver bereitstehen.

    Kurz erklärt: Digitale Lern- und Verwaltungswerkzeuge der MOS sind Anwendungen für konkrete Aufgaben: SoleMate macht Materialwirtschaft als browserbasiertes Lernspiel erfahrbar, der Passwort-Tresor verwaltet Zugänge mit Vaultwarden. Beide laufen auf dem schuleigenen Server. Beim Passwort-Tresor setzt die Schule auf Open Source und verbindet digitale Organisation mit Datenhoheit.

    Wie macht SoleMate Materialwirtschaft zum Lernspiel?

    SoleMate macht Materialwirtschaft als browserbasiertes Lernspiel zugänglich. Unter mosfactory.mos-muenchen.de baust du auf einer Weltkarte eine Sneaker-Lieferkette auf. Der Auftrag bringt das Ziel knapp auf den Punkt: „Baue die beste Sneaker-Lieferkette: verdiene Geld, ohne Öko & Sozial zu opfern!“ Damit verbindet das Spiel den Aufbau einer Lieferkette mit Nachhaltigkeits-Abwägungen.

    SoleMate – Lernspiel Materialwirtschaft (Screenshot)
    SoleMate – Lernspiel Materialwirtschaft (Screenshot)

    Die Aufgabe lenkt deinen Blick auf mehrere Ziele zugleich. Geld steht neben ökologischen und sozialen Gesichtspunkten. Du kannst deshalb nicht nur fragen, welche Entscheidung zu einer Lieferkette gehört, sondern auch, welche Folgen du bei einer Abwägung in den Blick nehmen willst. Genau dieser Zusammenhang macht Materialwirtschaft im Spiel zum Gegenstand eigener Entscheidungen.

    Welche Entscheidungen stehen im Mittelpunkt?

    Im Mittelpunkt stehen der Aufbau einer Lieferkette und das Abwägen von Geld, Ökologie und Sozialem. Die Weltkarte bildet den Rahmen, in dem du diese Perspektiven zusammenbringst. Deine Aufgabe bleibt dabei der Aufbau einer Sneaker-Lieferkette.

    Für dein Lernen sind daraus einfache, aber ergiebige Fragen möglich: Wo bemerkst du einen Zielkonflikt? Welche Perspektive leitete deine Entscheidung? Wie würdest du deine Abwägung begründen? Das sind keine zusätzlichen Funktionen des Spiels, sondern Möglichkeiten, den im Spiel angelegten Nachhaltigkeits-Abwägungen bewusst nachzugehen. SoleMate gibt dafür einen konkreten, browserbasierten Handlungsrahmen.

    Was leistet der Passwort-Tresor der MOS?

    Der Passwort-Tresor unter schluessel.mos-muenchen.de ist ein selbstgehosteter Passwortmanager auf Basis von Vaultwarden. Vaultwarden ist mit Bitwarden kompatibel und gehört zu den Open-Source-Lösungen der Schule. Statt eines externen Dienstes stellt die MOS damit einen Passwortmanager auf ihrem eigenen Server bereit.

    Der Name „Tresor“ beschreibt seine Aufgabe anschaulich: Es geht um die Verwaltung von Passwörtern an einem dafür vorgesehenen Ort. Wichtig ist die Abgrenzung zu SoleMate. Der eine Dienst ist ein Lernspiel zur Materialwirtschaft, der andere ein Werkzeug zur Passwortverwaltung. Gemeinsam ist ihnen nicht die Funktion, sondern der Betrieb als schuleigene digitale Angebote.

    Warum gehört Verwalten zur Medienkompetenz?

    Verwalten gehört zur Medienkompetenz, weil digitales Arbeiten nicht bei Recherche, Dokumenten oder Lernspielen endet. Auch Zugänge zu digitalen Werkzeugen müssen übersichtlich gehandhabt werden. Der Passwort-Tresor gibt dieser Aufgabe einen eigenen Platz im digitalen Angebot der MOS. Er macht zugleich sichtbar, dass Datenhoheit auch bei einem alltäglichen Verwaltungswerkzeug eine Rolle spielt.

    Der Passwort-Tresor ist dabei kein weiteres KI-Angebot. Das ist für den Überblick wichtig: Die digitale Umgebung der Schule umfasst KI-Werkzeuge, Lernplattformen, Organisationshilfen, ein Lernspiel und den Passwortmanager. Nicht jede Aufgabe braucht KI. Entscheidend ist, welches Werkzeug für welchen Zweck gedacht ist und wo es betrieben wird.

    Was zeigt der Rückblick auf die Artikelserie?

    Der Rückblick zeigt ein breites Spektrum selbst betriebener Dienste. Kompass beantwortet Recherchefragen mit Quellenangaben. Im Arbeitsbuch kannst du eigene Materialien hochladen, dazu Fragen stellen sowie Notizen und Zusammenfassungen erstellen. Argumente gibt Hinweise zur Selbstüberprüfung, aber keine fertigen Lösungen. Das zugangsgeschützte KI-Portal unterstützt Lehrkräfte beispielsweise bei der Unterrichtsvorbereitung und arbeitet in einer abgesicherten Sandbox.

    Im Hintergrund verbinden Ollama, Speaches, GPUQ, n8n und OnlyOffice unterschiedliche Aufgaben auf dem Schulserver. Der Schulkalender bündelt Termine, die Praktikumsbörse bietet eine Übersicht über Praktikumsplätze, und mosQR erzeugt QR-Codes ohne die Werbe-Tracker externer QR-Dienste. SoleMate und der Passwort-Tresor ergänzen diesen Überblick nun um spielerisches Lernen und digitale Verwaltung.

    Welcher rote Faden verbindet die Werkzeuge?

    Der rote Faden ist die Datenhoheit der Schule. Alle KI-Dienste laufen selbstgehostet auf dem schuleigenen Server; Schülerdaten gehen nicht an externe KI-Anbieter. Für diese Angebote sind deshalb keine Konten bei US-Anbietern nötig. Open-Source-Software bildet an vielen Stellen die Grundlage, darunter Perplexica, Open Notebook, Ollama, Vaultwarden, Moodle und n8n.

    Das bedeutet nicht, dass alle Werkzeuge dasselbe tun. Gerade ihre unterschiedlichen Aufgaben machen den Überblick nützlich: Quellen prüfen, mit eigenen Dokumenten arbeiten, Argumente überdenken, Unterricht vorbereiten, Termine und Praktikumsplätze überblicken, QR-Codes erzeugen, Materialwirtschaft erkunden oder Passwörter verwalten. Die gemeinsame Infrastruktur hält diese Zwecke unter der Kontrolle der Schule zusammen.

    Was nehmen wir ins neue Schuljahr mit?

    Ins neue Schuljahr nehmen wir vor allem klare Fragen mit: Welches Werkzeug passt zu einer Aufgabe? Auf welche Quellen stützt sich eine Antwort? Welche eigenen Materialien werden verwendet? Und wo bleiben die dabei entstehenden Daten? Die im Schuljahr 2025/26 bereitgestellten Dienste geben der Schulfamilie konkrete Anlässe, diese Fragen beim Recherchieren, Lernen und Organisieren zu stellen.

    Die Erprobung von KI als Werkzeug im Unterricht kann dabei an drei bereits sichtbare Schwerpunkte anknüpfen: Recherche mit Quellen, Arbeit mit eigenen Materialien und Argumentationstraining. SoleMate erinnert zugleich daran, digitale Bildung nicht auf KI zu verengen. Ein Lernspiel über nachhaltige Lieferketten und ein selbstgehosteter Passwort-Tresor gehören ebenso zu einer vielseitigen digitalen Schulumgebung.

    In dieser Serie

    Jede Woche erscheint ein neuer Teil in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog. Die Serie zeigt, wie die MOS digitale Werkzeuge verständlich, selbstgehostet und mit Blick auf Datenschutz einsetzt.

  • Digitale Alltagshelfer: Kalender, Praktika, mosQR

    Digitale Alltagshelfer: Kalender, Praktika, mosQR

    Digitalisierung zeigt sich im Schulalltag nicht nur in großen KI-Anwendungen. Oft sind es kleine, klar umrissene Werkzeuge, die Informationen an einer verlässlichen Stelle bereitstellen oder einen einfachen Arbeitsschritt übernehmen. An der MOS München gehören dazu der Schulkalender organizer, die Praktikumsbörse praktikum und der QR-Code-Generator mosQR.

    Was sind digitale Alltagshelfer an der MOS München?

    Digitale Alltagshelfer an der MOS München sind schuleigene Webwerkzeuge für wiederkehrende Aufgaben: Der Schulkalender bündelt Termine, die Praktikumsbörse zeigt Praktikumsplätze, und mosQR erzeugt QR-Codes. Sie laufen auf dem Schulserver und kommen ohne Tracker und Werbung aus. So bleibt die Nutzung übersichtlich und unter Kontrolle der Schule.

    Alle drei Angebote haben einen eng begrenzten Zweck. Genau das macht sie im Alltag verständlich: Du öffnest das Werkzeug, das zu deiner aktuellen Aufgabe passt. Eine KI ist dafür nicht erforderlich. Gleichzeitig folgen die Dienste der Grundidee, die auch hinter den KI-Angeboten der Schule steht: Digitale Werkzeuge sollen auf der eigenen Infrastruktur bereitstehen und nicht unnötig von externen Plattformen abhängen.

    Wie hilft der Schulkalender organizer im Alltag?

    Der Schulkalender unter organizer.mos-muenchen.de bietet einen zentralen Terminüberblick. Das Angebot ist seit etwa Mai 2026 online. Sein Nutzen liegt in dieser Bündelung: Wenn du dich über Termine informieren möchtest, gibt es dafür einen schuleigenen, gemeinsamen Ausgangspunkt.

    Der Schulkalender (Screenshot, Namen unkenntlich gemacht)
    Der Schulkalender (Screenshot, Namen unkenntlich gemacht)

    Ein zentraler Überblick nimmt dir nicht jede eigene Planung ab. Er schafft aber eine klare Grundlage dafür. Du kannst den Kalender aufrufen, den Terminüberblick prüfen und die für dich wichtigen Angaben anschließend in deine persönliche Planung übernehmen. Der Dienst bleibt dabei bewusst ein Kalender: Er soll Termine sichtbar machen, nicht Entscheidungen für dich treffen.

    Was bietet die Praktikumsbörse praktikum?

    Die Praktikumsbörse unter praktikum.mos-muenchen.de trägt den Titel „Praktikumsstellen – MOS München“ und bietet eine Übersicht über Praktikumsplätze. Wie der Schulkalender ist sie seit etwa Mai 2026 online. Damit erhält die Suche nach einem Praktikumsplatz einen eigenen Ort innerhalb der digitalen Angebote der Schule.

    Wichtig ist die genaue Rolle des Werkzeugs: Die Börse stellt eine Übersicht bereit. Sie nimmt dir weder die persönliche Auswahl noch die weitere Auseinandersetzung mit einem Praktikumsplatz ab. Du kannst sie als Ausgangspunkt nutzen und die dort sichtbaren Möglichkeiten sorgfältig prüfen. So unterstützt das Angebot die Orientierung, ohne mehr zu versprechen, als durch die belegte Funktion abgedeckt ist.

    Warum gibt es mit mosQR einen eigenen QR-Generator?

    mosQR unter qr.mos-muenchen.de ist der schuleigene QR-Code-Generator. Mit ihm kannst du QR-Codes erstellen, ohne dabei die Werbe-Tracker externer QR-Dienste zu verwenden. Der praktische Arbeitsschritt bleibt damit in einem Angebot der Schule, statt dafür auf einen externen QR-Dienst mit Werbe-Trackern auszuweichen.

    Gerade bei einer kleinen Aufgabe ist dieser Unterschied leicht zu übersehen. Ein QR-Code ist schnell erzeugt; entscheidend ist aber auch, welcher Dienst dabei im Hintergrund beteiligt ist. mosQR macht die schulische Alternative direkt erreichbar. Du bekommst die benötigte Funktion, während Werbung und die Werbe-Tracker externer QR-Angebote außen vor bleiben.

    Was verbindet Schulkalender, Praktikumsbörse und mosQR?

    Die drei Werkzeuge verbinden ein klarer Zweck, die Bereitstellung durch die Schule und der Verzicht auf Tracker und Werbung. Sie ergänzen die größeren KI-Dienste um praktische Angebote für Termine, Praktikumsplätze und QR-Codes. Statt möglichst viele Funktionen in einer Plattform zu sammeln, gibt es für jede dieser Aufgaben ein eigenes, nachvollziehbares Werkzeug.

    Der Datenschutz-Rote-Faden der Serie bleibt dabei sichtbar. Der Schulserver steht unter Kontrolle der MOS München. Auch alle KI-Dienste der Schule laufen dort selbstgehostet; Schülerdaten gehen nicht an externe KI-Anbieter. Für diese KI-Infrastruktur und weitere Schuldienste setzt die MOS auf quelloffene Software wie Ollama, n8n, Moodle oder Vaultwarden statt auf Lizenz-Abos. organizer, praktikum und mosQR sind zusätzliche Alltagswerkzeuge innerhalb dieser schuleigenen digitalen Umgebung.

    Sind die drei Alltagshelfer selbst KI-Anwendungen?

    Nein, an der Schule werden sie als weitere digitale Werkzeuge neben den KI-Werkzeugen geführt. Der Schulkalender zeigt Termine, die Praktikumsbörse Praktikumsplätze und mosQR erzeugt QR-Codes. Diese klare Trennung ist hilfreich: Nicht jede digitale Aufgabe braucht ein Sprachmodell oder eine andere Form von KI.

    Wie nutzt du die drei Angebote passend?

    Du wählst das Angebot nach deinem konkreten Anliegen. Die Zuordnung ist einfach:

    • Für einen zentralen Terminüberblick öffnest du organizer.
    • Für eine Übersicht über Praktikumsplätze nutzt du praktikum.
    • Zum Erstellen eines QR-Codes verwendest du mosQR.

    Diese Aufteilung hält die Nutzung überschaubar. Du musst nicht erst entscheiden, welche von vielen Funktionen einer großen Plattform gemeint ist. Zugleich kannst du erkennen, wofür ein Dienst gedacht ist und wo seine Grenze liegt. Das stärkt einen bewussten Umgang mit digitalen Werkzeugen: zuerst die Aufgabe klären, dann den passenden Dienst auswählen.

    Warum gehören kleine Werkzeuge in eine KI-Serie?

    Weil das digitale Schuljahr 2025/26 mehr umfasst als KI. Recherche, Arbeit mit eigenen Materialien und Argumentationstraining werden durch selbstgehostete KI-Dienste unterstützt. Daneben lösen organizer, praktikum und mosQR kleinere, konkrete Aufgaben. Zusammen zeigen die Angebote, dass nicht die Größe oder Neuheit eines Werkzeugs zählt, sondern ein klarer Nutzen und ein verantwortungsvoller technischer Rahmen.

    In dieser Serie

    Jede Woche erscheint ein neuer Teil der Reihe in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog. Dort lernst du die selbstgehosteten KI-Dienste und weitere digitale Werkzeuge der MOS München Schritt für Schritt kennen.

  • KI in der Schule: Argumentieren mit dem Chat-Trainer

    KI in der Schule: Argumentieren mit dem Chat-Trainer

    Eine gute Argumentation entsteht selten im ersten Anlauf. Eine Behauptung braucht Gründe, Gegenpositionen verdienen eine faire Prüfung, und am Ende musst du selbst entscheiden, was trägt. Genau bei diesem Überarbeiten setzt „Argumente“ an: Der schuleigene Chat-Trainer begleitet dich beim Nachdenken, ohne dir das Denken abzunehmen.

    Kurz erklärt: „Argumente“ ist der selbstgehostete Chat-Trainer der MOS München für das Üben von Charakterisierungen, Erörterungen und Argumenten. Er basiert auf OpenAssistantGPT und nutzt das offene Sprachmodell gpt-oss lokal über Ollama. Statt fertige Lösungen zu liefern, gibt er Hinweise, mit denen du deine Überlegungen selbst prüfen und weiterentwickeln kannst.

    Was ist der Chat-Trainer „Argumente“?

    „Argumente“ ist ein eigener Chatbot der MOS München und seit etwa Februar 2026 online. Technisch beruht er auf dem quelloffenen Framework OpenAssistantGPT, das mit Next.js umgesetzt ist. Als Sprachmodell arbeitet gpt-oss, ein offenes Modell von OpenAI. Ollama führt dieses Modell lokal auf dem Schulserver aus.

    Entscheidend ist aber nicht der technische Unterbau, sondern die Rolle des Werkzeugs: Der Trainer soll dir keine fertigen Lösungen geben. Sein Motto folgt dem Montessori-Prinzip „Hilf mir, es selbst zu tun!“. Deshalb stehen Hinweise zur Selbstüberprüfung im Mittelpunkt. Du bleibst verantwortlich für die Charakterisierung, die Erörterung oder das Argument, an dem du arbeitest.

    Argumente – der Chat-Trainer (Screenshot)
    Argumente – der Chat-Trainer (Screenshot)

    Wie kannst du mit der KI argumentieren üben?

    Du kannst eine eigene Position formulieren, sie im Chat prüfen und anschließend gezielt überarbeiten. Dabei hilft es, nicht sofort nach einer vollständigen Antwort zu fragen. Teile deinen Gedankengang lieber in kleine Prüfschritte und nutze die Hinweise des Trainers als Anlass für deine nächste Entscheidung.

    Auch eine Debatte kannst du so vorbereiten: Formuliere zuerst deine Position, teste im Chat eine Gegenposition und entwickle darauf deine eigene Antwort. Der Trainer liefert dabei ein Gegenüber zum Üben; welche Argumente du übernimmst, veränderst oder zurückweist, entscheidest du selbst.

    • Position klären: Formuliere deine These in einem eindeutigen Satz. Bitte dann um einen Hinweis, an welcher Stelle sie noch unklar oder zu allgemein ist.
    • Begründung prüfen: Ergänze einen Grund für deine Position. Frage, ob die Verbindung zwischen Behauptung und Begründung nachvollziehbar ist.
    • Gegenposition testen: Bitte um eine mögliche Gegenposition. Antworte darauf mit deinen eigenen Worten, statt den Vorschlag einfach zu übernehmen.
    • Argument überarbeiten: Vergleiche deine erste und deine neue Fassung. Entscheide selbst, welcher Hinweis dein Argument tatsächlich präziser macht.

    Auch bei einer Charakterisierung oder Erörterung gilt dieses Vorgehen: Du bringst deinen eigenen Entwurf ein und lässt dir Ansatzpunkte zur Selbstkontrolle geben. Der Chat ist damit kein Abkürzungsautomat, sondern ein Gegenüber für einen zusätzlichen Prüfdurchgang.

    Warum gibt der Trainer keine fertigen Lösungen?

    Weil das Werkzeug dich beim eigenständigen Arbeiten unterstützen soll. Eine fertige Erörterung würde zwar Text liefern, aber nicht zeigen, welche gedanklichen Entscheidungen du selbst getroffen hast. Ein Hinweis lässt dir dagegen Raum: Du kannst ihn annehmen, verwerfen oder zum Ausgangspunkt für eine bessere Formulierung machen.

    Das ist besonders beim Argumentieren wichtig. Eine überzeugend klingende Formulierung ist noch kein Beleg dafür, dass ein Gedanke trägt. Du musst weiterhin prüfen, ob deine Behauptung verständlich ist, ob die Begründung dazu passt und ob du eine Gegenposition angemessen berücksichtigt hast. Genau dieses Prüfen lässt sich nicht sinnvoll an den Chatbot abgeben.

    Wo liegen die Grenzen von KI-Argumenten?

    Die Grenze liegt dort, wo ein sprachlich passender Vorschlag mit einem eigenen Urteil verwechselt wird. Der Trainer kann einen Hinweis oder eine Gegenposition formulieren. Ob sie für deine konkrete Aufgabe relevant, ausreichend begründet und fair dargestellt ist, entscheidest jedoch du.

    Behandle eine KI-Antwort deshalb als Prüfangebot, nicht als Autorität. Stelle Rückfragen, vergleiche verschiedene Formulierungen und suche nach Lücken im Gedankengang. Wenn ein Vorschlag nur gut klingt, aber keine nachvollziehbare Begründung enthält, ist er kein starkes Argument. Und wenn eine Gegenposition zu einfach ausfällt, solltest du sie stärker formulieren, bevor du auf sie antwortest.

    Kritisches Denken zeigt sich also nicht darin, jeden KI-Hinweis abzulehnen. Es zeigt sich darin, jeden Hinweis nach denselben Maßstäben zu prüfen wie den eigenen Text. So bleibt der Chat ein Werkzeug, während Auswahl, Begründung und Schlussfolgerung bei dir liegen.

    Wie schützt die MOS deine Daten beim KI-Chat?

    Die MOS betreibt den Chat-Trainer vollständig auf dem schuleigenen Server. Das Sprachmodell läuft dort lokal über Ollama; Schülerdaten werden nicht an externe KI-Anbieter weitergegeben. Für die Nutzung ist deshalb auch kein Konto bei einem US-Anbieter nötig.

    Damit verbindet „Argumente“ zwei Ziele der schulischen KI-Angebote: Du kannst ein aktuelles Werkzeug für den Unterricht erproben, und die Schule behält zugleich die Datenhoheit. Der offene technische Aufbau mit OpenAssistantGPT, gpt-oss und Ollama macht den Dienst zu einer selbstgehosteten Alternative unter Kontrolle der Schule.

    Was nimmst du aus einem Training mit?

    Du nimmst im besten Fall nicht einfach mehr Text mit, sondern bessere Fragen an deinen eigenen Text. Ist meine These eindeutig? Trägt meine Begründung? Habe ich eine ernst zu nehmende Gegenposition geprüft? Wenn du diese Fragen nach dem Chat selbst beantworten kannst, hat der Trainer seine Aufgabe erfüllt: Er hat dir beim Selberdenken geholfen.

    In dieser Serie

    Jede Woche erscheint ein neuer Teil in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog. Die Serie stellt die selbstgehosteten KI-Dienste und weitere digitale Werkzeuge der MOS München vor.

  • KI-Suchmaschine Kompass: Recherche mit Quellen

    KI-Suchmaschine Kompass: Recherche mit Quellen

    Eine KI-Antwort klingt oft schnell schlüssig. Für eine gute Recherche reicht das aber nicht: Du musst nachvollziehen können, woher eine Aussage kommt, und die angegebenen Quellen selbst prüfen. Genau dafür betreibt die MOS München mit Kompass eine eigene KI-Suche auf dem Schulserver.

    Was ist die KI-Suchmaschine Kompass?

    Kurzdefinition: Kompass ist die schuleigene, quelloffene und selbstgehostete KI-Suchmaschine der MOS München. Sie bietet eine Chat-Oberfläche, beantwortet Fragen mit Quellenangaben und läuft vollständig auf dem Schulserver. Dadurch bleiben Schülerdaten im Haus und gehen nicht an externe KI-Anbieter. Kompass basiert auf Perplexica und ist seit etwa Dezember 2025 online.

    Kompass – die schuleigene KI-Suche (Screenshot)
    Kompass – die schuleigene KI-Suche (Screenshot)

    Du kannst deine Frage in zusammenhängenden Sätzen stellen und die Antwort als Einstieg in eine Recherche nutzen. Der entscheidende Zusatz sind die Quellenangaben: Sie zeigen dir Ansatzpunkte, an denen du weiterlesen, vergleichen und kontrollieren kannst. Kompass soll deshalb nicht das eigene Denken ersetzen, sondern einen nachvollziehbaren Weg von der Frage zu den Quellen eröffnen.

    Wie unterscheidet sich Kompass von Google und ChatGPT?

    Kompass verbindet eine KI-gestützte Antwort mit Quellenangaben in einer Chat-Oberfläche. Bei einer klassischen Google-Suche arbeitest du zunächst mit einer Trefferliste und öffnest passende Seiten selbst. In einer allgemeinen Chat-Oberfläche wie ChatGPT steht dagegen häufig das Gespräch mit dem Sprachmodell im Vordergrund. Kompass ist für die Recherche so angelegt, dass Antwort und Quellen gemeinsam betrachtet werden.

    Hinzu kommt der Betriebsort: Kompass läuft vollständig auf dem schuleigenen Server und basiert auf der Open-Source-Software Perplexica. Für die schuleigene KI-Suche ist deshalb kein Konto bei einem externen KI-Anbieter nötig. Die Schule behauptet damit nicht, andere Angebote seien verboten. Sie stellt eine eigene Alternative bereit, bei der die Kontrolle über die verarbeiteten Schülerdaten bei der Schule bleibt.

    Warum sind Quellenangaben noch kein Wahrheitsbeweis?

    Eine Quellenangabe macht eine Antwort überprüfbar, beweist aber nicht automatisch, dass jede Aussage richtig oder vollständig ist. Du solltest die angegebene Quelle selbst aufrufen und kontrollieren, ob sie die Aussage tatsächlich trägt. Erst dieser Schritt macht aus einer bequem erzeugten Antwort eine bewusste Recherche.

    Für eine erste Quellenprüfung helfen dir vier einfache Fragen:

    • Wer veröffentlicht die Information, und ist die verantwortliche Stelle erkennbar?
    • Passt die Aussage in der Quelle wirklich zu deiner Frage?
    • Ist erkennbar, auf welchen Zeitraum sich die Information bezieht?
    • Findest du die zentrale Aussage auch in einer weiteren geeigneten Quelle?

    Diese Prüfung bleibt deine Aufgabe. Gerade bei einem Rechercheauftrag zählt nicht nur ein fertiger Text. Wichtig ist auch, dass du deinen Weg erklären kannst: Welche Suchfrage hast du gestellt, welche Quellen hast du ausgewählt und warum hältst du sie für passend?

    Wie kann ein Rechercheauftrag mit Kompass aussehen?

    Ein möglicher Rechercheauftrag lässt sich als kurzer, überprüfbarer Arbeitsprozess gestalten. Du untersuchst dabei ein Thema aus dem Unterricht, dokumentierst die von Kompass genannten Quellen und formulierst am Ende eine eigene, begründete Antwort. Das ist ein Beispiel für den Einsatz des Werkzeugs, keine Beschreibung einer bestimmten Klasse oder bereits durchgeführten Aufgabe.

    Welche Schritte gehören zum Beispielauftrag?

    Zum Beispielauftrag gehören fünf Schritte: eine Leitfrage formulieren, die Kompass-Antwort lesen, Quellen aufrufen, deren Aussagen vergleichen und daraus eine eigene Antwort entwickeln.

    1. Formuliere eine offene Leitfrage zu deinem Unterrichtsthema. Statt nur nach einem Begriff zu fragen, kannst du etwa schreiben: „Welche unterschiedlichen Positionen gibt es zu [Thema], und auf welche Quellen stützen sie sich?“
    2. Stelle die Frage in Kompass und lies die Antwort zunächst vollständig.
    3. Öffne mehrere angegebene Quellen. Notiere jeweils, welche Aussage du dort tatsächlich wiederfindest.
    4. Vergleiche die Quellen: Wo stimmen sie überein, wo setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte und welche Frage bleibt offen?
    5. Schreibe deine eigene Antwort. Trenne dabei klar zwischen Aussagen aus den Quellen und deiner Schlussfolgerung.

    So wird Kompass nicht zur Abkürzung an den Quellen vorbei. Die KI-Suche hilft dir beim Einstieg und bei der Orientierung; die Auswahl, Prüfung und Einordnung übernimmst du. Auch eine gute Anschlussfrage entsteht aus deiner Lektüre: Wenn zwei Quellen verschiedene Aspekte betonen, kannst du gezielt danach fragen und anschließend erneut prüfen.

    Was nimmt dir Kompass nicht ab?

    Kompass nimmt dir weder das Lesen der Quellen noch die fachliche Bewertung und die eigene Formulierung ab. Eine übersichtlich präsentierte Antwort kann überzeugend wirken, doch ihre Qualität hängt davon ab, ob die Belege passen. Du bleibst dafür verantwortlich, Widersprüche zu erkennen, Begriffe zu klären und aus den gefundenen Informationen einen begründeten Text zu entwickeln.

    Das ist zugleich eine wichtige Übung in Medienkompetenz: Du behandelst KI nicht als Autorität, sondern als Werkzeug. Quellenangaben ermöglichen dir, Aussagen zurückzuverfolgen. Kritisches Denken beginnt dann mit dem nächsten Prüfschritt, nicht mit dem Ende der KI-Antwort.

    Warum gehören Datenschutz und Open Source zur Recherche?

    Datenschutz und Open Source gehören bei Kompass zur technischen Grundlage: Perplexica ist quelloffen, der Dienst wird selbstgehostet und alle Verarbeitung läuft auf dem Schulserver. Schülerdaten werden nicht an externe KI-Anbieter weitergegeben. Diese Datenhoheit ist der Grund, warum die MOS für die KI-Suche eine eigene Infrastruktur bereitstellt.

    Damit verbindet Kompass zwei Lernziele: Du kannst eine KI-gestützte Recherche mit sichtbaren Quellen erproben und zugleich darauf achten, wie ein digitales Werkzeug mit Daten umgeht. Beides gehört zu einem verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Schule.

    In dieser Serie

    Jede Woche erscheint ein neuer Teil in der Kategorie „KI in der Schule“ auf diesem Blog. Im nächsten Teil lernst du das selbstgehostete Arbeitsbuch für das Arbeiten mit eigenen Materialien kennen.